Schädlingsbekämpfung ohne Chemikalien - in 5 Schritten erklärt

Viele Menschen sind Gegner von chemischen Waffen gegen Insekten. Der Grund ist naheliegend: In Wohnräumen möchte niemand hohe Chemikaliendichte erleben.

Motten bekämpfen ohne Chemie

Die Amerikaner vertreiben mit Chemie Insekten und andere Plagegeister. Sie besprühen alle 14 Tage die Hauswände mit Insektengift. Flugzeuge überfliegen in niedriger Höhe Getreidefelder und versprühen dabei Chemikalien. Diese dringen über Schornsteine, Fensterritzen und Lüftungslöcher in die Holzhäuser ein. Die Zahl der Umweltkranken ist entsprechend hoch. Schädlingsbekämpfung kann auch gesundheitsverträglich sein. Es ist möglich, Motten ohne Chemikalieneinsatz zu vertreiben. Was kann jeder zur effektiven Bekämpfung von Kleidermotten beitragen? Fünf Dinge sind wichtig:

1. Kleidungsstücke im Schrank häufig umsortieren. Mottenbefall ereignet sich vornehmlich an lange nicht bewegten Kleidungsstücken.
2. Niemals getragene Kleidungsstücke in den Kleiderschrank hängen. Motten lieben Schweißpartikel, weil diese Hormone enthalten.
3. Woll- und Baumwollpullover im Kleiderschrank in Kleiderhüllen aufbewahren.
4. Schlupfwespen einsetzen, um den Mottenbefall effektiv zu bekämpfen.
5. Zur Kontrolle des Bestandes und zur Entfernung der Männchen aus der Mottenpopulation Pheromonfallen einsetzen.

Mit diesem Maßnahmenpaket kann jeder effektiv Motten bekämpfen ohne Chemie. Zusätzlich können Lavendelsäckchen zur Vorbeugung zwischen einzelnen Kleiderlagen eingesetzt werden. Vor allem bei Wollsachen oder Seide ist das zu empfehlen. Das Einmotten von Kleidung mit streng riechenden Mottenkugeln, wie man es früher kritiklos vornahm, ist heute wegen der Gesundheitsschäden der enthaltenen Chemikalien verpönt. Alle befallsgefährdeten Lebensmittel und Getreidesorten sollten luftdicht in Plastikkanistern abgeschlossen aufbewahrt werden.

Was machen Schlupfwespen?

Die winzigen Schlupfwespen gehören zu den natürlichen Feinden von Motten. Mit ihnen kann jeder leicht und effektiv Motten bekämpfen ohne Chemie. Das funktioniert wie folgt: Die am Ort des Befalls eingesetzten Schlupfwespen suchen gezielt nach den Eiern der Lebensmittel- oder Kleidermotten. Sie besiedeln diese als Parasiten. Die Larve nutzt das Motten-Ei als Nahrung. Sobald sie selbst ausschlüpft, erzeugt sie einen weiteren natürlichen Feind der Motte. So vermehren sich die winzigen Schlupfwespen, solange sie Motteneier - sprich Nahrung - finden können. Gibt es keine Nahrung mehr für sie, sterben sie ab.

Die Idee der natürlichen Mottenbekämpfung kam in den Neunzigerjahren auf. Damals konnten Schlupfwespen zur chemiefreien Mottenbekämpfung in Bioläden gekauft werden. Schlupfwespen beseitigen nicht nur die Symptome des Mottenbefalls. Sie dezimieren vielmehr die viel gefährlichere Brut der Motten. Mottenlarven sind die eigentlichen Fressfeinde, die unserer Wäsche kleine Löcher zufügen. Somit stellen die Mottenlarven und die bereits abgelegten Motteneier den eigentlichen Gefahrenherd dar. Nutzt jemand zugleich noch Pheromonfallen, um die männliche Mottenpopulation zu dezimieren, werden in der Folge immer weniger Mottenweibchen befruchtet. Es dauert eine Weile, bis alle potenziellen Befruchtungszyklen überstanden sind - aber dann ist die Mottenplage beendet.

Was machen Schlupfwespen den Menschen aus?

Die Bezeichnung Schlupfwespe lässt die Assoziation von Wespen aufkommen, wie wir sie kennen. Damit haben diese nützlichen Winzlinge aber nur namentlich etwas zu tun. Schlupfwesten sind so winzig, dass sie gerade so groß wie der Punkt am Ende des Satzes sind. Es handelt sich nicht um stechende Insekten. Schlupfwesten arbeiten vom Menschen unbemerkt an der Vernichtung der Motteneier. Sie entfernen sich mangels Nahrungsquelle nach getaner Arbeit von allein. Schlupfwespen können nicht einmal fliegen. Sie krabbeln dahin, wo sie Futter in Form von Motteneiern finden können. Der Besitzer eines von Motten befallenen Kleiderschranks bekommt davon absolut nichts mit. Außer für Motteneier interessieren Schlupfwesten sich für nichts anderes, was Menschen wichtig und teuer ist.

Wie funktioniert das Ganze nun für Menschen, die die Schlupfwespen nutzen möchten? Der Käufer kauft oder bestellt mehrere Kärtchen, in denen Schlupfwespen-Eier enthalten sind. Wichtig ist nämlich, über mehrere Wochen hinweg den Eiablage-Zyklus der Kleider- oder Lebensmittelmotten zu eliminieren. Effiziente Schädlingsbekämpfung muss berücksichtigen, dass die Entwicklung vom Ei zur Larve - und von der Larve zur Motte - sicher unterbunden werden muss.

 

 


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