Wie funktioniert biologischer Mottenschutz mit Schlupfwespen (Nützlingen)...

Video Trichogramma Super-Star!

 

Die Schlupfwespe (Trichogramma evanescens) ist winzig klein (0,3 mm). Sie zählt in Sachen nachhaltige und dauerhafte Motten-Bekämfung aber bereits zu den ganz Großen! Für alle, die genau wissen wollen: WIE funktioniert das?

Wenn Du es wirklich genau sehen willst, wie das funktioniert...?

Aber schreibe uns bitte nicht, wir hätten Dich nicht vorher gewarnt...;-)

Warum sind Motten so gefährlich?

Motten sind für Menschen und auch für Haustiere deshalb gefährlich, weil sie Lebensmittel und bestimmte Formen der Tiernahrung (wie etwa Trockennahrung) durch ihren Kot und durch Gespinste – das sind die Überreste des Kokons der Raupe – verderben. Sowohl Ausscheidungen als auch Gespinste bieten zudem anderen Schädlingen wie Milben oder auch Pilzen eine Nahrungsgrundlage und sind damit ein potenzieller Keimherd. Die Berührung der durch Mottenbefall verdorbenen Lebensmittel und Textilien kann bei Menschen und Haustieren zu allergischen Reaktionen und Schleimhautreizungen führen, der Verzehr mottenbefallener Lebensmittel zudem zu Darmerkrankungen.
 
Schnelle Verbreitung
Gefährlich bei Motten ist vor allem ihre rasend schnelle Verbreitung. Zudem dringen Motten in nahezu jeden Winkel ein. Zu den bevorzugten Aufenthaltsorten der Schädlinge gehören Ritzen, Spalten und Löcher in Möbeln, Wänden und Decken, aber auch jeder andere Ort, der fremden Eingriffen nur schwer zugänglich ist. So gelingt es den meisten Mottenarten beispielsweise, die Gewinde von Schrauben zu durchdringen, so dass sie sich auch in den winzigen Resträumen von Bohrlöchern, die nicht von einer Schraube oder einem Gewinde gefüllt werden, verbergen können. Auch in Folie eingeschweißte Lebensmittel sind vor den aggressiven Schädlinge nicht sicher, denn Motten können auch dünne Plastikfolien durchbeißen. Ist einmal ein Lebensmittel in einem Schrank befallen, verbreiten sich die Motten innerhalb kürzester Zeit im ganzen Schrank - und von dort im ganzen Raum und schließlich der ganzen Wohnung. Aber auch die Wohnungstür stellt kein unüberwindbares Hindernis für die hartnäckigen Schädlinge dar, denn auch wenn die Lebensspanne ausgewachsener Motten mit zwei Wochen ausgesprochen kurz ist, können sie innerhalb dieses kurzen Zeitraums mehrere hundert Meter zurücklegen.
 
Versteck in der kleinsten Ritze
Dabei bewegen sich die winzigen Insekten nicht nur über ebene Flächen fort, sondern können auch Wände empor kriechen. Von einer befallenen Wohnung können sich Haus-, Mehl- und Kleidermotte daher in rasender Geschwindigkeit weiter ausbreiten und schließlich ganze Wohnblöcke und Straßenzüge befallen. Was daher mit einem einzigen befallenen Lebensmittel oder Textil beginnt, kann sich innerhalb weniger Wochen zu einer regelrechten Plage ausbreiten. Das A und O bei der Mottenbekämpfung ist es daher, konsequent und umfassend vorzugehen – denn nur, wenn alle Larven beseitigt sind, kann verhindert werden, dass sich die Mottenpopulation innerhalb kürzester Zeit regeneriert und erneut den gesamten Haushalt befällt.

Warum sind handelsübliche Pheromonfallen kein geeignetes Bekämpfungsmittel?

Eine häufig empfohlene Methode der Mottenbekämpfung ist das Aufstellen von Pheromonfallen. Dabei handelt es sich um Klebefallen, die die Sexuallockstoffe (Pheromone) enthalten, die die männlichen Motten anziehen. Für Mottenweibchen sind diese Pheromonfallen uninteressant, da sie von den Sexuallockstoffe nicht angelockt werden und bestenfalls zufällig auf den Klebestreifen haften bleiben. Für die Männchen ist die Anziehungskraft der Pheromone aber unwiderstehlich, so dass sie sich gezielt auf die Suche nach der Quelle dieser Lockstoffe machen, an der sie ein Mottenweibchen vermuten. Statt des erhofften Partners erwartet sie am Ziel ihrer Suche aber der Tod, denn sie bleiben auf den Klebestreifen haften und verenden dort. Ziel der Pheromonfallen ist es, dass auf ihnen nach und nach sämtliche Männchen einer Mottenpopulation kleben bleiben und die Weibchen so schließlich keine Geschlechtspartner mehr finden, so dass die Mottenpopulation ausstirbt. Die Klebefallen sind geruchsfrei und insektizidfrei und daher für den Menschen unschädlich. Ein geeignetes Mittel zur Mottenbekämpfung sind sie aber dennoch nicht, da sie zu langsam wirken und der Erfolg auch ausgesprochen unsicher ist. Zudem setzen Pheromonfallen bei der Mottenbekämpfung an der falschen Stelle an, denn die Motten sind nicht im ausgewachsenen Stadium am schädlichsten, sondern als Larve.

 

Langsames und ineffektives Mittel der Mottenbekämpfung

Als Mottenbekämpfungsmittel haben Pheromonfallen mehrere Schwächen: Zum einen wirken sie sehr langsam - allgemein wird davon ausgegangen, dass die Fallen mindestens drei Monate lang aufgeklebt bleiben müssen, bis davon ausgegangen werden kann, dass die männliche Mottenpopulation eines Raumes oder Hauses zumindest zum überwiegenden Teil gefangen ist. Während dieser Zeit müssen die Fallen aber mindestens einmal ausgewechselt werden, denn die meisten handelsüblichen Pheromonfallen locken nur sechs Wochen lang die männlichen Schädlinge an und verlieren danach ihre Wirkung.

Ein weiterer Nachteil der Pheromonfallen ist, dass sie häufig ineffektiv sind, denn Motte zeichnen sich dadurch aus, dass sie es meisterhaft verstehen, sich in den kleinsten Ritzen und Löchern zu verstecken und sich daher oft gerade dort befinden, wo man sie am wenigsten vermutet und wo sich die Klebestreifen am schlechtesten aufbringen lassen. Die erfolgreiche Mottenbekämpfung mit Pheromonfallen steht und fällt aber damit, dass die Schädlinge überhaupt lokalisiert werden können. Da alle Mottenarten sich gerade dorthin zurückziehen, wo sie geschützt sind, und weil zudem die Mottenlarven als die eigentlichen Schädlinge mikroskopisch klein sind (sie sind nicht größer als ein mit der Schreibmaschine getippter Punkt), ist es nahezu unmöglich, die Pheromonfallen ausgerechnet an den Stellen anzubringen, an denen der Großteil der männlichen Mottenpopulation in kürzester Zeit erreicht wird,

 

Wegen der schnellen Fortpflanzungsgeschwindigkeit aller Mottenarten und ihrer Fähigkeit, in ihrem nur zweiwöchigen Leben bis zu 400 Meter krabbelnd zurückzulegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Teile der Mottenpopulation des befallenen Raumes überleben und sich an andere, sichere Orte zurückziehen können.
 
Einsatz an der falschen Stelle
Der größte Einwand gegen Pheromonfallen richtet sich aber dagegen, dass sie an der falschen Stelle mit der Mottenbekämpfung ansetzen - beziehungsweise im falschen Lebensalter der Motten. Denn Pheromonfallen locken - wie beschrieben – nur die männlichen Insekten an, währen der eigentliche Schädling die Motte im Larvenstadium ist. Eine wirksames Mittel der Mottenbekämpfung sollte daher direkt bei der Bekämpfung der Mottenlarven ansetzen – und dieses Mittel sind die sogenannten Trichogramma (Schlupfwespen).

 

Erfolgreiche Mottenbekämpfung mit Trichogramma (Schlupfwespen)

Trichogramma (Schlupfwespen) sind das effektivste Mittel der Mottenbekämpfung. Zu den besonderen Vorteilen dieser Art der Mottenbekämpfung gehört, dass es sich dabei um eine rein biologische Methode der Schädlingsbekämpfung handelt, die völlig ohne chemische oder technische Mittel auskommt und sich daher wie keine andere zum Einsatz im Haushalt eignet. Vor allem dann, wenn Allergiker, kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt leben, ist die Mottenbekämpfung mit Trichogramma nahezu alternativlos. Trichogramma eignen sich sowohl zum Einsatz gegen Lebensmittel- als auch gegen Kleidermotten. 

Mottenbekämpfung mit den Waffen der Natur

Wenn Du bei der Mottenbekämpfung Trichogramma (Schlupfwespen) einsetzt, schlägst Du die Schädlinge mit den Waffen der Natur – und damit auf dem denkbar einfachsten und zugleich effektivsten Weg. Trichogramma sind kleine Parasiten, die in die Eier der Motten ihre eigenen Eier injizieren. Einmal in die Mottenlarve eingedrungen, ernährt sich die Trichogramma-Larve von ihrem Wirt und macht sie damit unschädlich. Ist die Trichogramma-Larve zur Schlupfwespe geschlüpft, produziert sie selbst Eier, die sie wiederum in andere Mottenlarven injiziert, so dass sich der Prozess der Mottenbekämpfung von alleine fortsetzt.

 

 

Mit einer Körpergröße von nur 0,4 Millimetern sind Trichogramma (Schlupfwespen) äußerst klein und daher in der Lage, auch in den entlegensten Winkeln Mottennester zu befallen, die dem menschlichen Auge entgehen würden. Trichogramma haben sich zudem im Laufe der Evolution so entwickelt, das sie gezielt Mottenlarven finden, wie versteckt sie auch sein mögen – denn davon, dass sie Mottenlarven aufspüren, hängt ihr Überleben als Spezies ab. Besser entwickelt als der Überlebensinstinkt einer Spezies kann auch das aufwändigste chemische oder technische Mottenbekämpfungsmittel nicht sein.

Für den Menschen unbedenklich
Für Menschen sind Trichogramma (Schlupfwespen) völlig unbedenklich, denn weder stechen sie, noch schaden sie dem Menschen in irgendeiner anderen Form. Einmal zur Bekämpfung der Motten ausgebracht, sind sie zudem kein dauerhafter Gast. Zwar wächst die Population der Trichogramma zunächst, solange immer weiter Mottennester ausfindig gemacht und bekämpft werden. Haben die Trichogramma-Larven aber erst einmal alle Mottenlarven vernichtet, fehlt ihnen die Lebensgrundlage und sie sterben selbst. Sobald sie die Mottenpopulation beseitigt haben, verschwinden daher auch die Trichogramma wieder. 

 

Die Mottenbekämpfung mit Trichogramma (Schlupfwespen) dauert je nach Intensität des Mottenbefalls etwa drei bis sechs Wochen. Danach ist die Mottenpopulation komplett beseitigt.


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