Die 6 wichtigsten Unterschiede zwischen Pheromonfallen und Nützlingen

Wer einmal einen Mottenbefall im Kleiderschrank oder bei seinen Lebensmittel-Vorräten erlebt hat, wollte ganz sicher die Motten wirksam bekämpfen - mit allen Mitteln. Denn es ist nicht nur ärgerlich, Löcher in Wollsachen oder Seide zu entdecken oder Getreidemotten-Gespinste in einem Getreidevorrat zu entdecken. Am schlimmsten ist das Wissen um die rasante Vermehrung der gefräßigen Motten. Sofortiges Handeln ist angezeigt - und möglichst effektiv muss es sein.

Wie funktionieren Mottenfallen?

Mottenfallen - sogenannte Pheromonfallen - weisen auf ihrer Oberfläche einen weiblichen Sexual-Lockstoff auf, der die Mottenmännchen anlockt. Sie kleben auf der Pheromonfalle fest und werden so aus dem Verkehr gezogen. Zwar können die Mottenmännchen nun keine Weibchen mehr befruchten - aber die schon befruchteten Weibchen können weiterhin ihre Eier ablegen. Die Pheromonfallen sind somit eine langsame und wenig effektive Lösung, um einem Mottenbefall wirksam zu begegnen. Schlecht sind sie deswegen aber nicht. Doch wenn der Wohnungsinhaber Motten nachhaltig bekämpfen möchte, genügen Klebefallen als alleinige Maßnahme nicht. Die Zeitspanne, in der männliche Motten unschädlich gemacht werden, ist mit bis zu drei Monaten zu lang. Sinnvoll ist es, die Klebefallen begleitend zu anderen Maßnahmen einzusetzen. Dabei möchten viele Menschen keine toxischen Lösungen wie Mottenpapier oder Mottenkugeln einsetzen. Diese können Kindern gesundheitlichen Schaden zufügen. Außerdem belasten sie die Atemluft.

Mit Nützlingen die Motten wirksam bekämpfen

Die effektivste und einfachste Lösung gegen eine akute Mottenplage sind Nützlinge - genau gesagt: winzige Schlupfwespen oder Trichogramma. Diese benötigen etwa drei bis sechs Wochen, um eine komplette Befreiung von Motten zu gewährleisten. Die sechs wichtigsten Unterschiede zwischen Pheromonfallen und Nützlingen sind damit geklärt:

- Nützlinge sind deutlich effektiver als Pheromonfallen
- Schlupfwespen setzen am Mottenei an, sodass ein Ausschlüpfen der Brut unterbunden wird
- Pheromonfallen ziehen keine weiblichen Motten aus dem Verkehr
- Schlupfwespen benötigen weniger Zeit, um der Mottenplage Herr zu werden
- Schlupfwespen bieten keine Gefahr, eventuell männliche Motten von draußen anzuziehen
- und Pheromonfallen sind lediglich als Begleitmaßnahme zur Bestandskontrolle sinnvoll.

Als alleinige Bekämpfungsmaßnahme haben sie gewisse Schwächen. Es dauert beispielsweise ungefähr drei Monate, um alle männlichen Motten unschädlich zu machen. In dieser Zeit können viele schon befruchtete Mottenweibchen ihre Eiablage fortführen.

Mit Schlupfwespen Motten nachhaltig bekämpfen

Die Schlupfwespen setzen an anderer Stelle an. Sie nutzen nämlich die abgelegten Motteneier als Wirt, um ihre eigene Brut heranzuziehen. Diese ernährt sich von Motteneiern. Beim Schlüpfen entstehen weitere Schlupfwespen, die als Parasiten nach Motteneiern suchen. Davon bemerken die Menschen allerdings nichts, denn Schlupfwespen sind nicht größer als ein Punkt. Sie fliegen nicht, sondern krabbeln zum Ablageort der Motteneier. Schlupfwespen unterbinden also die Vermehrung der Motten. Setzt ein Wohnungsinhaber oder Hausbesitzer zugleich Pheromonfallen ein, macht er zusätzlich die bereits entwickelten Mottenmännchen unschädlich.

Das Problem der Pheromonfallen ist, dass sie fast niemals an dem Ort angebracht werden können, an dem die Eiablage erfolgt ist. Dort ist aber die größte Populationsdichte an schlüpfenden Mottenmännchen zu erwarten. Auch die bereits entwickelten Mottenlarven sieht man nicht, denn sie sind genau so winzig wie die Schlupfwespen. Auch die Larven der Motte können sich verstecken. Sie können bis zu 400 Meter krabbeln, um gegen sie gerichtete Maßnahmen zu überleben. Nur die Schlupfwespen schaffen es, weitere Fraßschäden durch Mottenlarven effektiv zu verhindern.

Wie funktionieren Mottenfallen als Begleitmaßnahme?

Als Begleitmaßnahme eingesetzte Pheromonfallen können immerhin den bereits entwickelten Mottenmännchen Paroli bieten. Es muss aber zugleich durch Schlupfwespen verhindert werden, dass sich weitere Mottenmännchen und -weibchen entwickeln können. Anhand der Pheromonfalle kann ein Betroffener feststellen, ob die Plage zurückgeht oder nicht. Beide Maßnahmen zusammen sind nicht nur vollkommen unschädlich für die betroffene Familie, sondern auch höchst effektiv. Mit Trichogramma können zudem nicht nur Kleidermotten unschädlich gemacht werden, sondern auch Lebensmittelmotten.

 

 


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